Lambert

Holzstraße 28
80469 München

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Event organiser: Missmilla GmbH, Holzstraße 28, 80469 München, Deutschland

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Vor fünf Jahren trat Lambert zum ersten Mal in Erscheinung oder besser: er ließ von sich hören. Die
Person hinter der sardischen Stiermaske bleibt bis heute unerkannt. Gerüchte darüber, wer und was
sich hinter dieser Maske verbergen könnte, gibt es zuhauf. Nicht zuletzt deshalb, weil Lamberts Spiel
auch international bekannt und gefragt ist. Namhafte Künstler wie zum Beispiel José González,
Deichkind und Moderat fragten Reworks ihrer Tracks an und bekamen einzigartige
Neuinterpretationen zurück. In den besagten fünf Jahren veröffentlichte Lambert vier Solo-Alben und
tourte über den halben Kontinent. Und nachdem er 2018 zwei Alben, eines in Kollaboration mit dem
Elektronik-Produzenten Stimming und eines mit dem Chicagoer Folk-Sänger Brooklyn Dekker
veröffentlichte, erklang im Mai diesen Jahres nun wieder Lambert in Reinform: alleine und maskiert
am Klavier.

Busy days, busy years - so sehr, dass man schon mehr als eine Persönlichkeit hinter diesem
Pseudonym vermutete. Gerüchte und Namen sind für Lambert aber nicht mehr als inspirierender
Schall und Rauch. Das, was zählt, ist das, was wirklich dahinter steckt: Ein neues Lambert-Album
wird diese Geschichte im Herbst 2019 weiterschreiben und tiefer verorten.

Die Klassifizierung des Künstlers und Phänomens namens Lambert in ein enges Genre-Korsett wird
durch die genannte Vielseitigkeit nahezu untragbar. Dennoch, der Name fällt oftmals in
neoklassischen Zusammenhängen. Möglicherweise weil seine ersten Liveauftritte gemeinsam mit Nils
Frahm und Ólafur Arnalds stattfanden. Dabei sprechen Lamberts Harmonien auch eine deutliche,
andere Sprache: Melodien zwischen den Beatles und diesem Chopin treffen auf rhythmische
Strukturen und mitreissende Bewegungen, die moderne elektronische Tanzmusik referenzieren.
Lambert scheint demnach nicht viel darauf zu geben, pop- oder hochkulturell verortet zu werden. Es
tut schließlich auch nichts zur Sache, ist es doch so oberflächlich und trügend wie jede Äußerlichkeit.

Festzuhalten bleibt aber, dass Lambert im Gegensatz zur Neoklassik, ihrer Ambienthaftigkeit sowie
der konzentrierten Rolle von Fläche und diatonischer Harmonie, sich musikalisch deutlich vielseitiger
versteht. Auch schimmert immer wieder ein klares und technisch versiertes Interesse an Musik bis hin
zu einem Nerdtum bei ihm durch: Bach und Chopin sind dabei genauso Thema wie Bill Evans, Keith
Jarrett und Brad Mehldau. Große Helden, die man nicht hinter jedem seiner Stücke vermuten würde.
Denn die im Gegensatz dazu auch zu spürende Eingängigkeit popkultureller Traditionen und
Inspirationen machen Lambert zu einem bunten Phänomen, einem gehörnten PopTrüffelschweinchen im Matsch der Neoklassik.

Aber die nächsten Arbeiten von Lambert werden die Welt sicher wieder eines Besseren belehren.
Denn genauso wie viele Persönlichkeiten hinter dieser Maske stecken könnten, kann ein einziges
Genre gewiss nicht genug für diesen Klangkosmos sein. Vielleicht ist dies damit auch die beste
Verortung für das versteckt spielende Klavier: überall und nirgends, aber immer genau da.

Text: Björn Bauermeister, Juni 2019

Location

Milla Club
Holzstraße 28
80469 München
Germany
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Klein hat sie angefangen, die Milla in München. Mittlerweile stehen aber so gut wie jeden Abend Künstler der verschiedensten Genres auf der Bühne des kleinen Lokals, gelegen im angesagtesten Viertel Münchens, das Glockenbachviertel. Das Ambiente des Live-Clubs ist einzigartig. Ein langer schmaler Raum (früher lief hier ein Bach entlang) ist ausgestattet mit alten Polstersofas und rustikalen Holzbänken und das Bier könnte auch mal kippen, denn alles ist leicht schräg.

Schräg. Das beschreibt die Milla eigentlich perfekt und das ist, was die Gäste an dieser Lokalität so lieben. Auf die Idee einer solchen Bar kommt auch nicht irgendwer. Nein, Gerd Baumann (Musiker und Komponist), Peter Brugger (Sportfreunde Stiller) und Till Hofmann (Betreiber des Münchner Lustspielhauses) sind die Initiatoren der Milla. Bei so viel Prominenz kann es dann schon mal vorkommen, dass die Schöpfer selber mal auf der Bühne stehen und ein bisschen rum experimentieren.

Die Milla hat Charakter und ist so ganz anders als die anderen Bars und Clubs in München. Und genau das macht sie so besonders und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Sie erreichen die Milla am besten mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Von der Tram- und U-Bahnhaltestelle „Sendlinger Tor“ bzw. „Fraunhoferstraße“ sind es nur wenige Gehminuten in die Holzstraße.